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Das RIAS Jugendorchester wurde 1948 gegründet (das erste Konzert fand 1949 statt) und ist somit eines der ältesten Jugendorchester der Welt. Seine Hauptaufgabe sah und sieht das RIAS Jugendorchester in der Nachwuchsförderung und der Ergänzung des Ausbildungsangebots für zukünftige Orchestermusiker. Das Orchester arbeitet projektgebunden mit international renommierten Dirigenten und Solisten (Vladimir Ashkenazy, Guiseppe Sinopoli, Rudolf Barschai, Gerd Albrecht, David Geringas, Yehudi Menuhin) als auch mit besonders talentierten Vertretern der jungen Generation (wie Thomas Hengelbrock, Markus Groh, Markus Stenz u.a.).
Dass im RIAS Jugendorchester fortgeschrittene Musikstudenten aller bedeutenden deutschen Hochschulen musizieren, versteht sich dabei von selbst. Schon weniger selbstverständlich ist, dass die Programme sinfonische und kammermusikalische Literatur aus Vergangenheit und Gegenwart verbinden, also nicht nur das gängige klassisch/romantische Repertoire, sondern auch selten gespielte Werke aufgeführt werden. Eine Vielzahl von Ur- und Erstaufführungen in der Programmgeschichte des RIAS Jugendorchester (u.a. von Haas, Ullmann, Henze, Rabe, Turnage, von Bose) belegen das ambitionierte Projekt. Im Jahr 2001, beispielsweise, zeichnete das Orchester unter der Leitung von Hermann Bäumer für die szenische Berliner Erstaufführung des Operntryptichon von Paul Hindemith verantwortlich.
Das RIAS Jugendorchester ist im Laufe seiner nunmehr 60-jährigen Geschichte mit zahlreichen Preisen bedacht worden und hat mit einigen außergewöhnlichen Projekten zum Teil weltweite Beachtung erfahren. So war das RJO das erste deutsche Orchester, welches nach dem II. Weltkrieg in Israel gastierte. Im Jahre 1958 wurde es anlässlich des Orchesterwettbewerbs im Rahmen der Brüsseler Weltausstellung zum besten Jugendorchester der Welt gekürt, das Preisträgerkonzert wurde als erstes Konzert eines westlichen Orchesters in der gesamten damaligen Sowjetunion über Radio ausgestrahlt. 1982 wurde dem RIAS Jugendorchester der Preis des Deutschen Musikrates zuerkannt, und just zu Beginn des Jahres 2003 gastierte es, wiederum als erstes deutsches Ensemble nach dem II. Weltkrieg, in Szczecin (Stettin) / Polen, und brachte unter der Leitung von Michail Jurowski die XIV. Symphonie von Dmitri Schostakowitsch zur dortigen Erstaufführung.
Natürlich ging an diesem Orchester die deutsche und die spezifisch Berliner Nachkriegsgeschichte nicht spurlos vorbei: Vor dem Bau der Berliner Mauer 1961 kamen rund ein Drittel der jungen Musiker aus dem Ostteil der Stadt. Nach dem Fall der Mauer 1989 fanden sich Musikstudenten der Hochschule der Künste aus Westberlin und der Hochschule für Musik Hanns Eisler aus Ostberlin im RIAS Jugendorchester zusammen und riefen gemeinsam den Philharmonischen Aufbruch ins Leben. Unter dem Dirigenten Hans-Martin Schneidt gaben die jungen Musiker im Februar 1990 begeisternde Konzerte in beiden Teilen Berlins, in Lübeck und Leipzig. Sie demonstrierten dabei praktisch, was Zusammenwachsen eigentlich heißt.
Seit der Auflösung des RIAS (Rundfunk im Amerikanischen Sektor) im Jahr 1994 wurde die Förderung des Orchesters für die Dauer von zehn Jahren vom DeutschlandRadio weitergeführt. Alleinige Unterstützung erfährt das Orchester seit 2005 vom "Förderkreis RIAS Jugendorchester e.V.". Vorstandsvorsitzende des Förderkreises ist seit 2002 die Ausschussvorsitzende für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag, Monika Griefahn. Seit Beginn des Jahres 2005 hat das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (Chefdirigent: Ingo Metzmacher) eine Patenschaft für das RJO übernommen.
Heute sind neben Studenten der beiden Berliner Musikhochschulen Gaststudenten aus rund 20 Nationen im Orchester vertreten. Aus der deutsch-deutschen Zusammengehörigkeit ist längst eine europa- eine weltweite Verständigung mittels der Musik geworden.
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